Neuland für das Haus der Fotografie

Aquarellmalerei

Aquarelle im „Haus der Fotografie“  … das ist sicher für viele Besucher unerwartet und ungewöhnlich.

Was unserer Ansicht nach jedoch die Aquarellmalerei mit der Fotografie verbindet, ist die intensive Art des Sehens, das spontane Erfassen des Moments, der Blick für die Komposition, das Spiel mit Licht und Schatten und schließlich die Einladung zur Interpretation.

Alfons Becker eröffnet mit seinen beeindruckenden Aquarellen den Reigen unserer zukünftigen Ambition: „Neuland für das Haus der Fotografie“.

Alfons Becker – Balancierte Unruhe

Balancierte Unruhe – Abstrakte Aquarelle

03. September 2026 – 06. Dezember 2026

Ausstellungseröffnung mit Alfons Becker:

05. September 2026 – 18 Uhr

 

Text: Alfons Becker

Aquarelle im ‚Haus der Fotografie‘ … das ist unerwartet und ungewöhnlich.

Was mich als Aquarellist jedoch mit der Fotografie verbindet, ist die intensive Art des Sehens, das spontane Erfassen des Moments, der Blick für die Komposition, das Spiel mit Licht und Schatten und schließlich die Einladung zur Interpretation.

Wenn ich auf meinen Weg als Aquarellmaler schaue, den ich inzwischen mehr als vierzig Jahre gehe, sehe ich vor allem eine Bewegung … eine Bewegung weg von dem Konkreten zu mehr Abstraktion.

Für mich ist die Abstraktion kein Weggehen von der Wirklichkeit. Sie ist eher ein Versuch, näher an etwas heranzukommen – an das Wesentliche, an das, was bleibt, wenn man alles Überflüssige weglässt.

 

In den vielen Ausstellungen, auf denen ich in den vergangenen Jahren meine Bilder gezeigt habe, gab es unterschiedliche Reaktionen. Es gibt Menschen, die sagen ganz offen: „Damit kann ich nichts anfangen, ich habe es lieber realistisch.“

Und dann gibt es Menschen, die vor den Bildern stehen bleiben, die sich einlassen, die anfangen zu suchen. Manche finden etwas, das sie direkt anspricht. Andere haben zunächst nur ein diffuses Gefühl. Und wieder andere formulieren sehr konkrete Gedanken.

Diese Momente sind für mich ein großes Geschenk. Denn dann wird das Bild zu einem Ort der Begegnung, einem Ort des Austausches.

Abstrakte Malerei erschließt sich nicht sofort. Sie fordert uns heraus – auch mich. Jeder von uns sieht durch den Filter seiner eigenen Erfahrungen. Und so entstehen aus einem Bild viele verschiedene Bilder.

Das Aquarell ist über all die Jahre ein herausforderndes Gegenüber geblieben. Es zwingt zur Entscheidung und gleichzeitig zum Loslassen. Papier, Wasser und Pigment gehen Wege, die nur bedingt kontrollierbar sind. In diesem Spannungsfeld bewege ich mich bis heute – zwischen Setzen und Geschehenlassen, zwischen Ruhe und Bewegung.

Vielleicht ist es genau auch das, was ich als balancierte Unruhe empfinde.

 

 

Zu meinem Werdegang

Geboren 1956 in Hildesheim, aufgewachsen in einer künstlerisch sehr aktiven Familie, haben mich Studium und Beruf nach Hamburg verschlagen. In den ersten Jahren war für Zeichnen oder Malen wenig Raum. Anfang der 80’er Jahre hat mich meine Schwester, Angela Heidrich †, die zuletzt als freischaffende Künstlerin in der Nähe von Darmstadt lebte, wieder zur Malerei geführt und angeleitet.

Nach anschließendem autodidaktischen Arbeiten habe ich mich Anfang der 90’er Jahre zunächst bei Marlies Fließbach und Ulrich von Bock eingehender mit der Aquarellmalerei befasst.

1994 gründete Ulrich von Bock die ‚Hamburger Aquarellwerkstatt‘, der ich seitdem angehöre. 1993 habe ich begonnen, meine Bilder auszustellen. Es folgten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. Seit 2011 habe ich zusammen mit der Werkstatt siebenmal in der Hamburger ‚Fabrik der Künste‘ ausgestellt.

Mit dem Ende meiner beruflichen Laufbahn 2022 kann ich mich nun verstärkt der Malerei widmen und bin gespannt, welche Bilder noch in mir stecken.