Museum

Aktuell im Museum

Das Haus der Fotographie in Husum zeigt ab März 2022 eine umfassende Retrospektive zum Werk des chilenisch-deutschen Fotojournalisten und Fotografen José Giribás Marambio.

Nach dem Militärputsch Pinochets wanderte Giribás 1973 nach Deutschland aus, wo er an der Fachhochschule für Optik und Fototechnik studierte und von 1983 bis 1989 als Dozent für Industrielabortechnik an derselben Hochschule tätig war.

Giribás begann 1988 als freiberuflicher Fotojournalist zu arbeiten und hat seitdem mit zahlreichen international renommierten Zeitungen und Zeitschriften zusammengearbeitet. Mit untrüglichem Blick und einem Gespür für die feinen Nuancen des Scheins beobachtet und dokumentiert er verschiedene Ereignisse in der nationalen und internationalen Politik, Wirtschaft und Kultur.

Einer seiner Schwerpunkte, auch bedingt durch seine eigene Biographie, sind die Veränderungen der gesellschaftlichen Prozesse weltweit. Lange Zeit lag der Fokus auf seiner neuen Heimat Deutschland, aber auch auf Chile, den USA und den Ereignissen in Ruanda und Afghanistan.

Giribás‘ Blick auf die Welt basiert auf seinen ständigen Reisen, die er in zahlreichen Reportagen zusammenfasst.

Aber während seines gesamten fotografischen Lebens hat sich Giribás auch dem Menschen in seinem Arbeitsumfeld gewidmet. Er fängt dies in Projekten wie den Porträts von Politikern ein oder in Arbeiten, die er „Cultural Encounters“ nennt und die Menschen aus dem kulturellen Leben zeigen.

Darüber hinaus initiiert und fördert er, maßgeblich beeinflusst durch seine Biografie, Projekte, die uns oft mit verdrängten und in den Hintergrund gedrängten Realitäten konfrontieren und so plötzlich in unser Bewusstsein zurückkehren. Teile eines dieser Projekte mit dem Titel „Erinnerung“ konfrontieren uns mit dem Ende des Krieges, mit Auschwitz, Bergen-Belsen und der endgültigen Befreiung.

Für die Initiatoren der Ausstellung im Haus der Fotografie in Husum war es schwierig, eine „richtige“ und repräsentative Auswahl aus Giribás‘ umfangreichem Oeuvre zu treffen, so dass sie gemeinsam Schwerpunkte herausarbeiteten, die in den Genres Porträt, Reise, passioniertes Handwerk und das allgegenwärtige Chile liegen.

José Giribás Marambio arbeitet derzeit u.a. für SZ-Photo, die Fotoagentur der Süddeutschen Zeitung.

website: josegiribas.com

 

Vergangene Ausstellungen

Sie sind schön, sexy und manche von ihnen pfeifen aufs Idealgewicht – die Glamour-Girls von Tim Brakemeier. Wenn seine Bilder dem Betrachter ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern, ist Brakemeier zufrieden, denn ein Augenzwinkern ist Bestandteil vieler seiner Bilder.

Es kann ein Jahr dauern, bis aus einer Idee das fertige Bild wird. Kleidung und der Ort der Aufnahme sind dabei für den Fotografen genauso wichtig wie das Model. Wenn sich der Betrachter in einigen Bildern an die Malerei der Renaissance oder an die Pin-Up-Girls der 50er-Jahre erinnert fühlt, dann hat das seinen Grund. Aber Brakemeier zitiert sie nicht einfach so. Er stellt sie gern auf den Kopf und interpretiert sie mit Humor.

Seine Modelle findet Brakemeier im Internet. Für seine Fotos treibt der Fotograf einigen Aufwand. Er besitzt einen großen Fundus an Kleidungsstücken und Accessoires, fotografiert kaum im Studio und hat beim Shooting fast immer eine Visagistin dabei. Brakemeiers erste Kritikerin ist seine Frau. Ihr erzählt er von seinen Ideen und nimmt auch Anregungen von ihr auf.
Tim Brakemeier absolvierte eine Ausbildung als Fotograf am Lette-Verein Berlin. Seit 1988 ist der gebürtige Husumer bei der Deutschen Presseagentur (DPA) angestellt – erst als Fotograf und mittlerweile als Bildredakteur.

INDUSTRIEKULTUR

Viktor Mácha

Billiger chinesischer Stahl, Politik die grünere Kontinente will und epochale Fortschritte in den Produktionstechnologien der letzten Jahre haben unsere Welt so sehr verändert, dass sie  kaum mehr wieder zu erkennen ist.

Die industrielle Revolution endet und die Dinosaurier in Form majestätischer Hochöfen und laut quietschender Förderbänder sind heute vom Aussterben bedroht.

Aber es sind nicht nur alte Anlagen die verschwinden, sondern ein großer Teil unserer Kultur, der das gesamte 20ste Jahr­hundert mit gestaltete.

Die Industrielandschaften, Bars in der Nachbarschaft der Stahl­werke, Pin Up Poster in den Kanzeln der Bediener, wirkliche harte Handarbeit – Die INDUSTRIEKULTUR, das was bald für immer gehen wird.

Viktor Mácha (1984) aus Prag studierte an der Charles Universität Theologie und Religionswissenschaften.

Seit 2006 reist Mácha auf eigene Kosten um die Welt, um Anlagen der Schwerindustrie wie Stahl-, Eisen- und Walz­werke, Kokereien, Schmieden und Gießereien zu dokumentieren.

Aktuell umfasst sein Fotoarchiv einige Hundert Anlagen und reicht vom amerikanischen Mittelwesten bis in den asiatischen Teil des russischen Urals.

Das wichtigste Ziel seiner fotografischen Arbeit ist, eine objektive Dokumentation technischer Prozesse im Zusammenhang mit der Stahlproduktion und -verarbeitung zu schaffen.

Es ist durchaus möglich, dass unsere Generation eine der letzten sein wird, die Erfahrung mit diesen dunklen grollenden Fabriken wird machen können.

zur Website: viktormacha.com