Ronald Sassen – Farben im Fluss
Farben im Fluß – Ronald Sassen, Fotograf
Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet Ronald Sassen als Autofotograf. Technisches Können und viel Erfahrung im Umgang mit Zeit, Raum, Geschwindigkeit, Licht und Schatten, Farbverläufen, Spiegelungen und Reflexen sind nötig, um bewegte Objekte in einem aussagekräftigen Moment einzufangen und in Szene zu setzen.
Ronald Sassen ist durch seinen Beruf viel herumgekommen – in Europa und auch Übersee. Mit weitem Blick für Schönes und Abseitiges hat er auf seinen Reisen Landschaft, Städte, Menschen, Tiere und Pflanzen portraitiert, die Kamera immer dabei.
Die Bilder dieser Ausstellung sind ihm direkt vor seiner Haustür begegnet. Gegenüber seiner damaligen Wohnung, die direkt an einem Kanal gelegen war, hatte ein asiatisches Restaurant eröffnet, dessen Leuchtreklame abends farbintensive Reflexe auf die tagsüber graugrüne Wasseroberfläche des Kanals warf.
Über mehrere Wochen lotete Ronald Sassen dieses Sujet aus, arbeitete mit verschiedenen Brennweiten, Empfindlichkeiten und Belichtungszeiten. „Das Ergebnis war jedesmal interesssant“, sagt er, „die Wellen änderten Größe und Form, von glatt bis aufgewühlt, je nach Stärke des Windes. Manchmal trieben Blätter und Luftblasen durch das Bild und fügten eine weitere Ebene zu den Lichtspiegelungen und Wellen hinzu. Ich hatte nur begrenzten Einfluß auf das Ergebnis, es hatte seinen eigenen Willen, es verhielt sich so, wie es wollte. Dem Bild Freiraum zu geben, loszulassen, Vertrauen in das Motiv und seine Entwicklung zu haben, spielte eine große Rolle. Es ging dabei nur um Licht, Wellen und die Vergänglichkeit jeden Moments.“
Entstanden sind auf diese Weise vielschichtige, farbstarke Bilder, gleichzeitig schlicht und dramatisch, still und klingend, jedes mit einer eigenen Persönlichkeit. Getragen von menschlicher Wärme und Hingabe zu den Motiven Licht und Wasser, gehen sie mit dem Betrachter auf unterschiedliche und intensive Weise in Resonanz.
Almuth Heene